Beratungsangebot und -verlauf
Das Informationszentrum Psychotherapie Berlin ist eine Beratungsstelle, die Hilfe anbietet bei der Wahl einer adäquaten Psychotherapie.
Die Beratung erfolgt in der Regel in folgenden Schritten:
Nachdem der Ratsuchende zunächst ausführlich sein Problem
geschildert hat, wird gegebenenfalls, sofern der psychologische
Hintergrund der Problematik nicht
zwingend offensichtlich und grundsätzlich auch organischer, insbesondere hormoneller Natur
sein könnte, die Beratung mit der Nachfrage beginnen, ob bereits eine medizinische
Untersuchung stattgefunden hat. Wo das nicht der Fall ist, wird eine solche
medizinische Abklärung nahegelegt, da jede Psychotherapie bei einer Symtomatik
von z.B. gesteigerter Reizbarkeit, Unruhe, Hyperaktiviät etc. aufgrund einer
Schilddrüsenüberfunktion oder umgekehrt von Müdigkeit, Antriebslosigkeit,
Apathie etc. aufgrund einer
Schilddrüsenunterfunktion von vornherein zum Scheitern verurteilt wäre. Und in
der Praxis kommen genau diese "Fehl-Psychotherapien" immer wieder vor.
Daher sind derartige, sozusagen "somatopsychische" Symptomatiken
immer in Erwägung zu ziehen, wie das ja auch bei der entgegengesetzten,
psychosomatischen Variante, bei der einer manifesten organischen Störung
(z.B. einer Lähmung, eines Ticks usw.) psychische Ursachen zugrunde liegen, der Fall ist. Aber auch hier oft erst, wenn
nicht bereits die organische Diagnose negativ ausfällt, nach fehlgeschlagener
medizinischer Therapie.
In einem nächsten Schritt wird der Ratsuchende darüber
aufgeklärt, daß es keineswegs unerheblich ist, welches Therapieverfahren für
sein Problem gewählt wird. Denn oft wird nicht ein geeignetes Therapieverfahren,
sondern einfach ein "guter" Therapeut gesucht.
Es wird dagegen erläutert, dass für ein bestimmtes
psychologisches Problem "einfach einen guten Therapeuten" zu suchen
genausowenig sinnvoll ist, wie bei einer konkreten organischen Störung einfach
zu einem guten Arzt zu gehen. Auch psychologische Probleme können von ganz
unterschiedlicher Natur sein und bedürfen dementsprechend einer spezifischen
psychotherapeutischen Herangehensweise. Den "guten" Therapeuten immer
vorausgesetzt.
Wie ist nun ein geeignetes Therapieverfahren zu finden?
Als erstes wäre zu beurteilen, in welchem "Bereich" der
Schwerpunkt der Problematik liegt, etwa im emotional-affektiven Bereich, im
kognitiven oder im Verhaltensbereich.
In der Praxis sind natürlich immer alle Bereiche
involviert, aber von einem Kernbereich "strahlt" gewissermaßen die Problematik meist aus.
Je nach dem gibt es dann entsprechend
schwerpunktorientierte Therapieverfahren:
Für den emotional-affektiven Bereich bieten sich grob
gesagt eher körperorientierte, für den kognitiven besser gesprächsorientierte,
für den Verhaltensbereich verhaltenstherapeutische Verfahren an.
Darüber hinaus wird auf allgemeine Effizienzstatistiken zurückgegriffen, in
denen der Grad der Wirksamkeit einzelner Therapiemethoden untersucht ist.
Dabei wird die Methode aber oft als soche, d.h.
problemunspezifisch bzw. problemübergreifend getestet. Wenn dies der Fall ist,
kann u.U. ein als allgemein "erfolgreich" bewertetes Verfahren durchaus für ein
bestimmtes Problem eher ungeeignet, wie im Gegenteil eine grundsätzlich als
wenig effizient eingestufte Methode für ein anderes Problem jedoch wirkungsvoll
sein.
Hinzu kommt, dass zwangsläufig aus dem mitlerweile schier
unüberschaubaren "Angebot" an Therapien nur ein sehr kleines Spektrum
statistisch erfasst ist, was selbstverständlich nichts, auch nichts Negatives,
über die Effizienz der nicht getesteten Verfahren aussagt.
Aus diesem Grunde greift das Informationszentrum Psychotherapie Berlin auch auf eigene
Erfahrungswerte einer über 10jährigen Praxis zurück.
Gewonnen werden die Werte dadurch, daß die meisten Ratsuchenden
schon eine oder auch mehrere Therapien gemacht haben - und zwar mehr oder
weniger "erfolgreich".
Diese subjektive Erfolgsbilanz ergibt bei Hunderten von
Ratsuchenden eine durchaus sinnvolle Korrelation zwischen einer bestimmten
Problemlage und einem in Anspruch genommen Therapieverfahren (wobei natürlich
immer ein Hauptfaktor für das "Gelingen" einer Therapie, der Therapeut selbst,
außer Acht bleiben muß).
Die interne Statistik des Informationszentrum Psychotherapie Berlin ergibt sich außerdem
daraus, dass die Ratsuchenden gebeten werden zu einem späteren Zeitpunkt von
ihren Erfahrungen mit der "empfohlenen" Therapie zu berichten, was dann sehr
oft auch geschieht.
Im Anschluß wird dem Ratsuchenden aufgezeigt, welche
Therapieverfahren von den gesetzlichen Kassen ganz oder zum Teil und welche von
den privaten Kassen darüber hinaus übernommen werden und welche er selbst
bezahlen muß.
Letztlich wird als nicht zu unterschätzendes, weil
effizientes Auswahlkriterium auch der
Ratsuchende selbst nach seinen Wünschen befragt.
Denn neben dem selbstverständlichen Wunsch von seiner
Problematik befreit zu werden hat der Ratsuchende oft auch eine Neigung oder
Abneigung zu bestimmten Therapierichtungen, sei es aufgrund "guter" oder "schlechter" Erfahrungen mit schon gemachten Therapien, sei es aufgrund
persönlicher, "weltanschaulicher" Vorlieben. Hier gibt es eine starke Tendenz
zur "Ganzheitlichkeit" mit fließenden Übergängen zur "Spiritualität" aus
wachsendem Überdruss an einer wissenschaftlich rationalen Dominanz der
westlichen Kultur.
Es
gilt in diesem Fall weder
pauschalen Verherrlichungen noch
Verdammungen das Wort zu reden, sondern durchaus das Heilungspotential
bestimmter "nicht-wissenschaftlicher" Methoden anzuerkennen bei gleichzeitiger
Berücksichtigung der "Gefahren".








