Bioenergetik

Die Bioenergetische Analyse ist ein von Alexander Lowen begründetes Körpertherapieverfahren. Die Bezeichnung Bioenergetische Analyse, verkürzt Bioenergetik genannt, leitet sich einerseits vom Begriff "Bioenergie" her, einer nicht näher definierten grundlegenden Lebensenergie. Der Begriff "Analyse" bezeichnet andererseits

  • die Analyse des „blockierten Energieflusses" und
  • die Analyse der Lebensgeschichte des Klienten.


Kernanliegen der Bioenergetik ist die Überwindung und die Integration des Charakters. Die Entwicklung des ursprünglich außerordentlich offenen menschlichen Entwicklungspotenzials zu einer begrenzten Person vollzieht sich in Abhängigkeit von und als Antwort auf eine konkrete Umwelt. In Beziehung zu einer mitmenschlichen Atmosphäre, in Nachahmung von Vorbildern und durch Abwehr von traumatischen Erlebnissen entwickeln wir unser Ursprungspotential zu einem bestimmten Charakter, der Ausdruck ist unserer körperlichen Haltung, unsere Einstellungen, Gefühle, Gedanken usw..

Das bioenergetische System unterscheidet wie das psychoanalytische zwischen bestimmten Charakterstrukturen bzw. Charaktertypen.

Ursprünglich diente die Entwicklung eines bestimmten Charakters der Abwehr von Unlust und der Sicherung eines unter den Entwicklungsbedingungen möglichen Minimums an Lust. Für den Erwachsenen bedeutet jedoch diese Festlegung auf stereotype Haltungs-, Verhaltens- und Denkweisen die Quelle neuer Unlust.

Die Aufgabe der bioenergetischen Therapeuten ist es, der an "Charakterpanzerung" leidenden Person zu helfen, sich aus ihrer "charakteristischen", vergangenheitsbezogenen Erstarrung zu lösen und die dabei frei werdende Lebenskraft kreativ zu nutzen.

Lowens bioenergetische Analyse hat bei dieser Aufgabe drei Schwerpunkte:

  1. Körperliche Übungen zur allgemeinen Vitalisierung, zur Vertiefung der Atmung, zur Lösung aus "charakteristischer" Erstarrung (muskulärer Verspannung), zur Befreiung unterdrückten Ausdrucks und Einübung unbekannten Ausdrucks.
  2. Die Analyse der bei den Übungen freigesetzten Emotionen und ihre Zuordnung zu bestimmten Kindheitserlebnissen.
  3. Die Integration der in den Übungen erworbenen neuen Verhaltensmöglichkeiten und der in der Analyse gewonnenen Einsichten im Alltag.