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Die Couch der

Psychoanalyse

S. Freud - Museum

Berggasse 19

Wien

Empirische Grundlagen der Beratung

Bei der Beratung über geeignete Psychotherapieverfahren wird auf allgemeine Effizienzstatistiken zurückgegriffen, in denen der Grad der Wirksamkeit einzelner Therapiemethoden untersucht worden ist.

Dabei wird die Methode aber oft als solche, d.h. problemunspezifisch bzw. problemübergreifend getestet. Wenn dies der Fall ist, kann u. U. ein als allgemein "erfolgreich" bewertetes Verfahren durchaus für ein bestimmtes Problem eher ungeeignet, wie im Gegenteil eine grundsätzlich als wenig effizient eingestufte Methode für ein anderes Problem jedoch wirkungsvoll sein.

Hinzu kommt, dass zwangsläufig aus dem mittlerweile schier unüberschaubaren "Angebot" an Therapien nur ein sehr kleines Spektrum statistisch erfasst ist, was selbstverständlich nichts, auch nichts Negatives, über die Effizienz der nicht-getesteten Verfahren aussagt.

Aus diesem Grunde greift das IZP insbesondere auch auf eigene Erfahrungswerte einer über 10-jährigen Praxis zurück. Gewonnen werden die Werte dadurch, dass die meisten Klienten schon eine oder auch mehrere Therapien gemacht haben - und zwar mehr oder weniger "erfolgreich".

Diese subjektive Erfolgsbilanz ergibt bei Hunderten von Klienten eine durchaus sinnvolle Korrelation zwischen einer bestimmten Problemlage und einem in Anspruch genommenen Therapieverfahren (wobei natürlich immer ein Hauptfaktor für das "Gelingen" einer Therapie, der Therapeut selbst, außer Acht bleiben muss).

Die interne Statistik des IZP ergibt sich außerdem daraus, daß die Klienten gebeten werden zu einem späteren Zeitpunkt von ihren Erfahrungen mit der "empfohlenen" Therapie zu berichten, was dann sehr oft auch geschieht.

Die Psychotherapieforschung ist integraler Bestandteil der Psychotherapiewissenschaft und beschäftigt sich mit der Wirksamkeit und Wirkweise psychotherapeutischer Verfahren.

Die empirische (statistisch orientierte) Psychotherapieforschung begann in den 1950er Jahren.

In einer Fülle von Einzeluntersuchungen (experimentelle und statistische Studien, Fallstudien u. a.) wurde seitdem die Wirksamkeit unterschiedlicher psychotherapeutischer Verfahren überprüft. Meta-Analysen dienen dazu, die Ergebnisse vieler Einzeluntersuchungen zusammenzufassen und zu strukturieren. Vielen der großen Meta-Analysen zur Wirksamkeit von Psychotherapie zufolge steht die Wirksamkeit z. B. der Kognitiven Verhaltenstherapie und der Psychoanalytischen Kurzzeitpsychotherapie bei einer Vielzahl von psychischen Störungen inzwischen außer Frage. Dies gilt auch für die psychodynamisch-psychoanalytischen und humanistischen-gesprächspsychotherapeutischen Verfahren.

Schwierigkeiten bei Wirksamkeitsstudien zur Psychotherapie, vor allem in der vergleichenden Therapieforschung, entstehen daraus, dass die unterschiedlichen therapeutischen Schulen teils sehr unterschiedliche Kriterien für Therapieerfolg postulieren und sehr unterschiedliche therapeutische Wirkmechanismen vermuten. Erschwerend kommt hinzu, dass sowohl therapeutische Wirkfaktoren als auch Erfolgskriterien unterschiedlich und teilweise gar nicht operationalisiert und somit empirischer Forschung nur sehr begrenzt zugänglich sind. Insofern werden auch die Ergebnisse der genannten Metaanalysen teils vehement diskutiert.

Psychotherapie wird im Rahmen einer Vielzahl von Schulen und Theorien gelehrt und ausgeübt, sie ist Gegenstand der Psychologie und der Medizin.

Schulenunspezifische Wirkfaktoren

Es lassen sich nach Klaus Grawe - über Therapieschulen hinweg - grundlegende Wirkfaktoren der Psychotherapie nachweisen:

1. Therapeutische Beziehung:

Die Qualität der Beziehung zwischen dem Psychotherapeuten und dem Klienten trägt signifikant zu einem besseren oder schlechteren Therapieergebnis bei.

2. Ressourcenaktivierung:

Die Eigenschaften, die die Patienten in die Therapie mitbringen, werden als positive Ressource für das therapeutische Vorgehen genutzt. Das betrifft vorhandene motivationale Bereitschaften, Fähigkeiten und Interessen der Klienten.

3. Problemaktualisierung:

Die Probleme, die in der Therapie verändert werden sollen, werden im günstigsten Fall unmittelbar erfahrbar. Das kann z.B. dadurch geschehen, dass Therapeut und Klient reale Situationen aufsuchen, in denen die Probleme auftreten, oder dass sie durch besondere therapeutische Techniken wie intensives Erzählen, Imaginationsübungen, Rollenspiele o.ä. die Probleme erlebnismäßig aktualisieren.

4. Motivationale Klärung:

Die Therapie fördert mit geeigneten Maßnahmen, dass der Klient ein klareres Bewusstsein der Determinanten (Ursprünge, Hintergründe, aufrechterhaltende Faktoren) seines problematischen Erlebens und Verhaltens gewinnt.

5. Problembewältigung:

Die Behandlung unterstützt den Klienten mit bewährten problemspezifischen Maßnahmen (direkt oder indirekt) darin, positive Bewältigungserfahrungen im Umgang mit seinen Problemen zu machen.

Informationszentrum Psychotherapie e.V. Berlin
Orientierung zur Wahl einer geeigneten Therapieform
Mehringdamm 114, 10965 Berlin
Barbarossa Str. 65, 10781 Berlin
Tel. 030 - 32 70 91 37
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