Klientenzentrierte Psychotherapie
Die
Klientenzentrierte Psychotherapie ist ein Anfang der 40-er Jahre von Carl
Rogers in Abgrenzung zur direktiven und interpretativen Vorgangsweise
entwickelter Ansatz, der zunächst größten Wert auf eine non-direktive Haltung
legte. Konsequent von den Erfahrungen und der Welt der Klienten ausgehend
(klientenzentriert, erfahrungsorientiert, phänomenologisch), die als Experten
für ihr Erleben gesehen werden, wird über das vertiefte Spiegeln von Gefühlen
("reflection of feelings") durch den Psychotherapeuten als "alter ego" des
Klienten die Selbstexploration des Klienten gefördert.
Rogers formuliert vor allem drei notwendige
und hinreichende Bedingungen auf Seiten des Psychotherapeuten für die Persönlichkeitsentwicklung
auf der Seite des Klienten:
- Kongruenz (Echtheit, Authentizität, Übereinstimmung des bewussten Selbstkonzeptes mit organismischen Erfahrungen)
- Nicht an Bedingungen gebundene, nicht-urteilende Wertschätzung (positive Beachtung)
- Empathie (Einfühlendes Verstehen, Erfassen des inneren Bezugsrahmens des Klienten)
Grundlegende
Prämisse des klientenzentrierten Ansatzes ist die Aktualisierungstendenz, die
jedem Organismus zur seiner Erhaltung und Entfaltung, also auch den Klienten
als Ressource, innewohne und - sofern die oben dargestellten Bedingungen
dargeboten werden können - zu einem konstruktiven Wachstumsprozess beitrage,
der im Idealfall zur vollständigen Erfahrungsoffenheit, Gegenwärtigkeit und
permanenten Selbsterneuerung führe („fully functioning person").
Mit
dieser Auffassung von der grundsätzlich vertrauenswürdigen Natur des Menschen
und dessen Entwicklungspotentialen ist der klientenzentrierte Ansatz eine
prototypische Repräsentation der Humanistischen Psychologie.








