Primärtherapie

Die Primärtherapie ist ein von dem amerikanischen Psychotherapeuten Arthur Janov begründetes Verfahren, das im Kern darin besteht, die Schichten von gespeicherten traumatischen Erlebnissen  durch (Ein-)Fühlen wieder ins Bewusstsein zu bringen um somit eine Integration dieser Erlebnisse und der damit verbundenen eingefrorenen Energie herbeizuführen.

Das Spektrum dieser Erfahrungen reicht weit bis in die frühe Kindheit zurück, bis hin zu Geburt und pränatalen Erfahrungen.

Das Konzept, welches der Primärtherapie zugrunde liegt, besagt, dass der Aktualkonflikt eines Klienten immer ein Defizit an Gefühl beinhaltet und sich auf "Life Events" wie die Versagung primärer Bedürfnisse wie Wärme, Nahrung, in den Arm genommen werden, Anregung sowie auf die unmittelbare (traumatische) Prägung bei der Geburt zurückführen lässt. Kennzeichnend für diese Erlebnisse ist, dass sie damals nicht ins Bewusstsein aufgenommen werden konnten, da sie mit zu viel Schmerz und Verletzung verbunden waren. Somit war die Strategie des Überlebens, diese Gefühle und Empfindungen vom Bewusstsein zu trennen. Diese nicht gefühlten Erlebnisse sind eine treibende Kraft, da sie die Tendenz haben immer ins Bewusstsein kommen zu wollen (ständiger Spannungsdruck), aber das Abwehrsystem versucht, dies zu verhindern. Durch diesen Mechanismus kommt es meistens zu Ketten von ähnlichen Erlebnissen, zunächst bei Babys auf der somatischen Ebene, dann auf der Gefühlsebene, später  auf der intellektuellen und symbolischen Ebene.

Eine Lösung dieser Spannung findet dem primärtherapeutischen Ansatz zufolge nur durch das vollständige Erleben des abgespaltenen "Urschmerzes" statt - dann also, wenn die Verbindung Erlebnis/Bewusstsein hergestellt ist.