Psychosynthese

Die Psychosynthese ist ein von Roberto Assagioli begründetes psychotherapeutisches Verfahren, dessen Anliegen es ist, die transpersonale Seite des Menschen zu entwickeln. Diese transpersonale Seite, eigentlich der Kern, das Zentrum des Menschen heißt in der Sprache der Psychosynthese  das "Höhere Selbst" oder kurz das Selbst. Es wird als der Motor  der psychischen Aktivität angesehen, als das Zentrum, von welchem aus der Prozess der Entwicklung seinen Ausgang nimmt und unterhalten wird. Es ist dies jene Natur, welche zu erfahren Ziel und Streben aller mystischen Erfahrungstraditionen war und ist.

 

Als Sinn der menschlichen Entwicklung wird in der Psychosynthese die Selbst-Entfaltung gesehen, nämlich dass sich das Selbst, verstanden als Quelle unseres Potenzials, als Samen und Matrix unserer Zukunft, möglichst ungehindert entfalten kann und dass wir unsere Möglichkeiten zum Ausdruck bringen können.

 

Psychische Störung und Normalität sind relative Begriffe und auf das Ziel der organischen Selbstentfaltung hin zu sehen.

 

"Die" Psychosynthese-Methode gibt es nicht. Sie besteht allenfalls darin, alle therapeutischen Werkzeuge nach dem Verständnis zu nutzen, welches der Psychosynthese eigen ist. Innerhalb der Psychosynthese wurden beispielsweise folgende Methoden in eigenem Stil weiterentwickelt:

  • die Arbeit mit geleiteten Fantasien;
  • die Übung der Desidentifikation;
  • das "Erden" von Erfahrung und
  • die sogenannte Willensarbeit.

 

Therapeutisches Vorgehen im Rahmen der Psychosynthese hat immer folgende Kennzeichen: Sie ist prozessbezogen und klientenzentriert. Sie erkennt das Selbst des Klienten an und sucht mit ihm nach konstruktiven Ausdrucksformen für die weitere Entfaltung seines Selbst. Sie verwendet die im Klienten innewohnenden Selbstheilungskräfte systematisch, indem sie diese als transpersonale Energien anspricht und methodisch evoziert.