Verhaltenstherapie
Für die Entwicklung bzw. Entstehung der
Verhaltenstherapie als psychologischer Ansatz lässt sich kein genauer Zeitpunkt angeben, es gibt auch
keine eindeutige Gründerfigur.
Die früher vertretene rein lerntheoretische Fundierung
der Verhaltenstherapie muss als zu eng angesehen werden. Es finden heute neben
den Lerntheorien eine Reihe anderer Ansätze aus den Bereichen der Motivations-
und Kognition-, Sozial-, Entwicklungs- und Persönlichkeitspsychologie
Berücksichtigung.
Die Veränderungen der Verhaltenstherapie in den letzen
Jahrzehnten betreffen einen Wechsel von einem linearen Modell zu einem umfassenderen
Systemansatz, vom einfachen Modell des Lernens zu komplexeren psychologischen
Konzepten: die "kognitive Wende" und die "affektive Wende" sowie den Wechsel
von unikausalen zu multifaktoriellen Theorien.
Die therapeutischen Maßnahmen verfolgen konkrete und
operationalisierte Ziele auf den verschiedenen Ebenen des Verhaltens und
Erlebens, leiten sich aus einer Störungsdiagnostik und individuellen
Problemanalyse ab und setzen an prädisponierenden, auslösenden und /oder aufrechterhaltenen Problemänderungen an.
Dabei können drei Gruppen von Verfahren unterschieden
werden:
- Basisfertigkeiten wie Gesprächsführung, Beziehungsgestaltung und Motivationsarbeit.
- Störungsübergreifende verhaltenstherapeutische Techniken wie Konfrontationsverfahren (z.B. Reizüberflutung, Habituationstraining, systematische Desensibilisierung), Entspannungsmethoden (z.B. progressive Muskelentspannung), operante Methoden, kognitive Methoden (z.B. Selbstinstruktionstraining, Veränderung dysfunktionaler Kognitionen, Kommunikationstraining, Training sozialer Kompetenz und Selbstkontrollverfahren.
- Störungsspezifische Therapieprogramme, die möglichst genau auf die speziellen Gegebenheiten der verschiedenen Störungsbilder zugeschnitten sind (z.B. für Angststörungen, Depression, Ess-Störungen, sexuelle Funktionsstörungen, Partnerschaftsprobleme usw.).








